Was sind Kommunisten? Was sind Sozialdemokraten?
Ich bin ja der Meinung, dass beide Begriffe synonym verwendet werden können, wenn verschiedene Epochen der Geschichte betrachtet werden.
Die Solinger LINKEN haben das verstanden, nachdem sie eine Geschichtsstunde mit Werner Böwing hatten:
http://www.dielinke-solingen.de/politik/aktuell/wie_es_frueher_einmal_war/
Eine Geschichtsstunde der besonderen Art veranstaltete der Kreisverband der Partei „Die Linke“ in Solingen. Werner Böwing sprach in einer gut besuchten offenen Mitgliederversammlung über die Historie linker Parteien und Gruppierungen in Deutschland.
Zu Zeiten Bebels war die SPD tatsächlich eine Partei, wie ich mir heute die Partei Die Linke wünsche. Kommunistische Parteien kamen erst nach dem ersten Weltkrieg auf, als Reaktion auf das Versagen der internationalen Sozialdemokratie, die sich entgegen allen vorherigen Beteuerungen vom nationalen Kriegstaumel einfangen ließ.
Die SPD-Frau Rosa Luxemburg war davon so enttäuscht, dass sie im Jahre 1915 nicht zögerte die SPD in einem Atemzug mit der
Rüstungsschmiede Krupp in Essen zu nennen:
Nachdem die Sozialdemokratie sich mit ihrer parlamentarischen Vertretung für die Unterstützung des Krieges entschieden hatte, wickelte sich alles andere von selbst mit der Unabwendbarkeit des historischen Geschickes ab. Mit dem 4. August hat die deutsche Sozialdemokratie, weit entfernt zu „schweigen“, eine hochwichtige geschichtliche Funktion übernommen: die des Schildknappen des Imperialismus im gegenwärtigen Kriege. Napoleon sagte einmal, zwei Faktoren entscheiden über den Ausgang einer Schlacht, der „irdische“ Faktor, als da sind Terrain, Beschaffenheit der Waffen, atmosphärische Wirkungen usw., und der „göttliche“ Faktor, d. h. die moralische Verfassung des Heeres, seine Begeisterung, sein Glaube an die eigene Sache. Für den „irdischen“ Faktor im gegenwärtigen Kriege sorgte auf deutscher Seite am meisten die Firma Krupp in Essen, der „göttliche“ kommt in erster Linie auf das Konto der Sozialdemokratie.
zitiert nach:
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/1915/04/wiedaufint.htm
Die KPD ist 1919 tatsächlich als Reaktion auf dieses Versagen der Sozialdemokratie gegründet worden.
Es gibt einen ausführlichen Wikipedia-Artikel dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands
Die KPD verstand sich wegen dieser Erfahrungen von Beginn an als Gegensatz und Gegengewicht zur SPD. Sie wollte deren ursprüngliches Ziel, den Sozialismus, weiterverfolgen und damit den deutschen Arbeitern eine revolutionäre Alternative zum dem Bürgertum angepassten Reformismus anbieten. …
Das ist nun fast 90 Jahre her:
Wie geht es weiter? … Fortsetzung folgt.