Freitag, den 02.10. um 16.00 Uhr vor der Marktkirche.
Mit einer Straßenaktion hatte ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen auf die Situation von langjährig Geduldeten aufmerksam gemacht.
ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen, Maxstraße 11, 45127 Essen
Happy Birthday – 22 Jahre Duldung!?!
Leben in der Warteschleife
Die zu kurz gefasste Bleiberechtsregelung droht, ins Leere zu laufen. Noch immer gibt es tausende Flüchtlinge, die ohne sicheres Aufenthaltsrecht teilweise seit Jahrzehnten unter uns leben. Eine von ihnen ist Miriam Saado, 1987 in Arnsberg geboren. Auf den ersten Blick eine ganz normale junge Frau. Doch bei ihr ist alles anders als normal:
Nach ihrem Schulabschluss wurde zunächst keine Arbeitserlaubnis erteilt. Die später angenommenen Aushilfsjobs reichten ihr nicht. Einen normalen Ausbildungsplatz zu bekommen, war für sie unmöglich. Deshalb finanzierte sie die Ausbildung an einer Kosmetikschule alleine. Seither kann sie ihren Lebensunterhalt selbständig sichern.
Trotzdem muss sie alle drei Monate zur Verlängerung der Duldung, darf Nordrhein-Westfalen nicht verlassen, hat noch nie Urlaub an der See, in Bayern oder auf Mallorca gemacht. Seit vielen Jahren bemüht sie sich vergeblich um einen türkischen Pass, der ihr die Tür zum Aufenthalt öffnen könnte.
Wie ihr geht es vielen Flüchtlingen in Essen. Mit ihnen und mit politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträgern wollen wir ins Gespräch kommen und so auf die inhumane Lebenssituation von Kettengeduldeten aufmerksam machen. Die interkulturelle Theatergruppe hatte die prekäre Lage von Flüchtlingen im szenischen Spiel dargestellt.
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