Einkaufscenter mit Gleisanschluss …

WAZ am 28.Dezember 2009 Essener Lokalteil:

Wahlbündnis “Essen steht auf” übt scharfe Kritik am Missverhältnis bei den Investitionen im neuen Hauptbahnhof.

Das Wahlbündnis “Essen steht AUF” sieht in dem neuen Essener Hauptbahnhof angesichts der investierten 60 Milionen eine “Verschlimmbesserung” für die rund 130 000 Reisenden, die ihn täglich nutzen.

“Hier wurden Millionen Steuergelder nicht für die Förderung und Erleichterung ihrer Mobilität ausgegeben, sondern für möglichst profitable Mieteinnahmen von Mehdorns Bahnkonzern”, kritisiert AUF-Ratsherr Dietrich Keil. Denn nicht eine großzügige Halle mit Reisecenter und Informationen, mit übersichtlichen Bahnsteigaufgängen bilde den Mittelpunkt des Bahnhofs, sondern eine kleine Shopping-Mall. Der Bahnservice sei dagegen ausgelagert vor dem Südausgang.

Essener Hauptbahnhof am 25.12.2009 mittags am Bahnsteig

“Nichts gegen Einkaufsmöglichkeiten für Reisende, aber das ist kein Bahnhof mehr, sondern ein Einkaufscenter mit Gleisanschluss”, so Keil weiter. “und zwar unten hui. oben pfui! Die verwinkelte alte Halle ist wohl zu einer freundlicheren, hellen Ladenzeile geworden, die Bahnsteige darüber aber atmen graue Tristesse. Wo Essens Bahnhofsnutzer die meiste Zeit verbringen – nämlich mit Warten auf die verspäteten Züge der DB – dort ist es hässlich, zugig und nass wie auf einem Provinzbahnhof in den 50er Jahren.” An den Bahnsteigen sei nur ein bißchen geflickt und nachgestrichen worden, investiert worden sei nur in lukrativen Geschäftsflächen.”

Für “Essen steht AUF” stellt sich deshalb die Frage, ob die Millionensummen von Bund und Land eigentlich korrekt ausgegeben wurden, wenn sie größtenteils nicht dem Verkehr als öffentlicher Aufgabe der Daseinsfürsorge dienen.”

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