Rebellion unter der Akropolis / Debatte im Bundestag

Tondokument (mp3): Vortrag von Anastasios Varounis (KOE) Am Freitag, den 14.5. 19.00 Uhr, fand im Kultursaal Horster Mitte, Schmalhorststr.1, Gelsenkirchen-Horst unter der Reihe “Internationalismus live:” eine Veranstaltung der MLPD zu Griechenland statt. Eingeladen war Anastasios Varounis. Er ist ein Vertreter der Kommunistischen Organisation Griechenlands (KOE), Mitglied des Koordinierungsausschusses der Dienstleistungsgewerkschaften in Athen und Vorsitzender der gesamtgriechischen Gewerkschaft der angestellten Diplom-Landwirte .
Dimos Koumbouris, Mitglied des ZK der Griechischen Kommunistischen Partei in einem UZ-Interview: Es ist natürlich nicht wahr, es ist eine der Lügen; die die Herrschenden verbreiten. Die Werktätigen in Griechenland arbeiten genauso hart wie die in Deutschland und auf der ganzen Welt und haben nie die Früchte ihrer Arbeit ernten können oder sind gar durch ihre schwere Arbeit reich geworden. Im Gegenteil, der Kapitalismus lebt als Parasit und streicht die Profite ein. Die Lage der arbeitenden Bevölkerung Griechenlands ist gleichzusetzen mit der Situation der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland, das heißt, es geht immer weiter bergab. Als die Wachstumsraten in Griechenland sehr viel höher waren als in den anderen europäischen Ländern, sind in Griechenland die stärksten Maßnahmen gegen die arbeitenden Menschen ergriffen worden. Heute liegt der durchschnittliche Nettolohn in Griechenland bei 550 Euro. 75 Prozent der Rentner bekommen eine Rente unter 645 Euro. Untersuchungen in Krankenhäusern und Medikamente müssen bezahlt werden und die Preise steigen. Mehr dazu: .

am 7. Mai 2010 im Bundestag:

Bundestagsdebatte über das so genannte Rettungspaket für Griechenland

  • Rede von Gesine Lötzsch am 07.05.2010 im Bundestag zum Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz – WFStG (Drs. 17/1544), meist zitierter Ausschnitt in der Tagesschau war ihr Wort von den “Taliban in Nadelstreifen”. Aber die Rede war bedeutend länger…Redetext
  • Rede von Sahra Wagenknecht in der Bundestagsdebatte über das so genannte Rettungspaket für Griechenland am 07.05.2010Redetext
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2 Antworten auf Rebellion unter der Akropolis / Debatte im Bundestag

  1. Administrator sagt:

    Anastasios Varounis zeichnete in der anschließenden Diskussion ein sehr differenziertes Bild der linken Parteien und Organisationen in Griechenland. Es gäbe Organisationen, die radikale sozialistische Ideen verbreiteten, aber alles täten um das bestehende System zu erhalten. Auf der anderen Seite gäbe es reformistische Kräfte, die dennoch an den Demonstrationen teilnähmen, und zu Dingen in der Lage seien, die man ihnen vorher nie zugetraut hätte … Leider ist der Diskussionsteil nicht in dem Tondokument enthalten, denn ich hatte das Mikrophon in Absprache mit dem Veranstalter nach dem ersten Vortrag von Anastasios Varounis abgeschaltet. Ich glaube nicht, dass Anastasios Varounis sich mit dem Rat “das demonstrieren sein zu lassen ” zufrieden geben würde, denn die Alternative wäre soziale Not zu akzeptieren:

    Dimos Koumbouris drückt das in einem Interview mit der Zeitschrift “Unsere Zeit” so aus:

    “Die Werktätigen in Griechenland arbeiten genauso hart wie die in Deutschland und auf der ganzen Welt und haben nie die Früchte ihrer Arbeit ernten können oder sind gar durch ihre schwere Arbeit reich geworden. Im Gegenteil, der Kapitalismus lebt als Parasit und streicht die Profite ein. Die Lage der arbeitenden Bevölkerung Griechenlands ist gleichzusetzen mit der Situation der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland, das heißt, es geht immer weiter bergab. Als die Wachstumsraten in Griechenland sehr viel höher waren als in den anderen europäischen Ländern, sind in Griechenland die stärksten Maßnahmen gegen die arbeitenden Menschen ergriffen worden. Heute liegt der durchschnittliche Nettolohn in Griechenland bei 550 Euro. 75 Prozent der Rentner bekommen eine Rente unter 645 Euro. Untersuchungen in Krankenhäusern und Medikamente müssen bezahlt werden und die Preise steigen. ”

    Dimos Koumbouris ist übrigens Mitglied des ZK der Griechischen Kommunistischen Partei. In Griechenland ist eine Situation entstanden, in der nicht nur der Euro in Gefahr scheint, sondern auch das wirtschaftliche System. Die einen sehen es mit Bangen, die anderen voller Hoffnung.

    Meiner Ansicht nach läßt sich aber schlecht voraussehen ob etwas Gutes daraus entsteht. Es könnte auch in Richtung einer faschistischen Diktatur gehen. Die Griechen haben ja damit Erfahrung. Aber nicht alles muss sich wiederholen. Für viele erscheint es aber wohl besser, dass etwas Unerwartetes geschieht, als abzuwarten, dass sich vorhersehbar ihre Lebensverhältnisse immer weiter verschlechtern ….

  2. ebook leser sagt:

    Die Finanzkrise in Griechenland artet langsam in eine reale Krise aus. Explosion vor Gefängnis in Athen Die Explosion eines Sprengsatzes hat am Donnerstagabend die Vorstadt des Hafens von Piräus-Korydallos erschüttert. Ich frage mich wirklich, wie das wohl weitergeht. Die Griechen sollten wirklich mal das demonstrieren sein lassen und sich darauf konzentrieren, wie sie wieder auf die Beine kommen.