Einer trage des anderen Last / DEFA 1988

Anfang der 50er-Jahre in der DDR: Der junge Volkspolizei-Offizier Josef Heiliger wird mit einer akuten Tuberkulose in ein privates Sanatorium eingeliefert. Sein Zimmergefährte ist ausgerechnet Hubertus Koschenz, ein evangelischer Vikar. Der eine hängt sich Stalin übers Bett, der andere Jesus. Und nicht nur das: Wenn Josef Heiliger die Genossen zur Parteiversammlung ruft, dann lädt Hubertus Koschenz zur Bibelstunde ein. Wenn der eine morgens beim Rasieren selbstvergessen die Internationale anstimmt, dann setzt der andere dagegen “Ein feste Burg ist unser Gott”.

Es dauert nicht lange, da stehen die beiden ungleichen Zimmergenossen vor dem Chefarzt und bitten ihn dringend, sie auseinanderzulegen. Doch der Chefarzt weigert sich – sie müssten lernen, miteinander auszukommen. Ich erinnere mich an die Worte des Chefarztes:

“Was soll aus dieser Welt werden, wenn zwei so junge Menschen wie ihr,  es nicht schafft auf einem Zimmer auszuhalten”

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