Drei Bilder und eine Anklage …

Am 25. August bekam ich einen Anruf vom Landesvorstand DIE LINKE.NRW. Es wären schwere Vorwürfe mit strafrechtlicher Relevanz von einem Mitglied der LINKEN gegen mich erhoben worden. Ich hätte einen heimlichen Mitschnitt einer Vorstandssitzung am 24. August gemacht, und es werde erwogen deswegen Strafanzeige gegen mich zu stellen.

Worum es ging:

Während einer Sitzungspause vertrieb ich mir die Zeit, indem ich an meinem Notebook mit der eingebauten Kamera einige Fotos von mir machte. Ich hielt dabei auch die Tagesordnung in die Kamera, die ich damit abfotografierte. Als die Pause zu Ende war, und ein Teilnehmer beim Vorbeigehen dieses beobachtete, äußerte er den Verdacht, dass ich Mitschnitte machen würde.

Heute ist fast jedes Notebook mit einem Kameraauge ausgestattet, wie übrigens auch viele Handies. Hier ist es mittig am oberen Rand des Bildschirms angebracht.

Dem Corpus Delicti ins Auge geschaut...

Nachdem ich den Sachverhalt geschildert hatte, bekam ich den Rat eine Eidesstattliche Erklärung dazu zu schreiben. Das habe ich getan. Ausserdem habe ich in einer weiteren Persönlichen Erklärung, von meinen Gefühlen und der Enttäuschung geschrieben, mich mit solchen Vorwürfen auseinander setzen zu müssen, und die näheren Umstände geschildert, die aus meiner Sicht dazu führten, dass diese Vorwürfe erhoben worden sind. Diese Persönliche Erklärung sollte, im Gegensatz zur Eidesstattlichen Erklärung, nicht Gegenstand einer etwaigen gerichtlichen Verhandlung werden, aber der öffentlichen oder innerparteilichen Ausseinandersetzung in dieser Frage dienen.

Als Mitglied einer Partei, wirst Du ja immer damit erpresst, dass es nicht gut für die Partei sei, Internes nach aussen zu tragen. Aber wo bleibe ich dabei, der nicht weiss, wer welche Vorwürfe kennt,  und was bereits unter vorgehaltener Hand weitererzählt worden ist?  Wir haben ja unsere Erfahrungen mit dem Verbreiten von Vorwürfen an Betroffene vorbei. Das habe ich jetzt auch erfahren.

Ich habe mich jedenfalls entschieden beide Erklärungen hier zu veröffentlichen (siehe weiter unten) , weil ich denke, dass Öffentlichkeit für mich der beste Schutz gegen Verleumdung ist.

Eine Antwort auf Drei Bilder und eine Anklage …

  1. admin sagt:

    zu einem Satz meiner Persönlichen Erklärung

    > Da dieser Vorwurf aber dennoch im Raum stand,
    > und ich darüber verärgert war,
    > habe ich kurz danach die Sitzung verlassen,
    > ohne das Thema abzuwarten,
    > für dass ich eigentlich gekommen war.

    merkte jemand an:

    > Wenn so etwas passiert, dann darfst Du nicht gehen.
    > Du hättest bleiben müssen,
    > und Deinen Beitrag abliefern sollen.

    Ein berechtigter Hinweis. Ich erkläre das so:
    Die Tagesordnung war ellenlang,
    und es gab ein zähes langweiliges Hin- und Her über
    den Zeitplan der nächsten Mitgliederversammlung.
    Unglaublich, der Vorwurf, dass ich soetwas langweiliges
    mitgeschnitten haben sollte.
    Ich kam aber nach meinem vorzeitigen Abgang
    an diesem Abend gerade noch rechtzeitig nach hause
    um unserem Enkel Gute Nacht zu sagen, der bei uns übernachtete.
    Für mich war daher diese Mißstimmung auf der Vorstandssitzung
    ein willkommener Anlass früher abzuhauen.
    Ausserdem wäre ich ja doch nur gefragt worden,
    ob ich mit dem Auto was transportieren könnte.
    Darum ging es ja. Es waren aber so viele Leute anwesend,
    dass ich dachte, dass es genug andere Autobesitzer in unserer Partei gibt.
    Zu der Zeit war mein Auto ausserdem stillgelegt,
    und mußte noch zur Werkstatt.
    Vielleicht ist das eine hinreichende Erklärung.
    Ohne, dass mich jemand dringend gebeten hätte,
    zu dieser Vorstandsitzung zu kommen, wäre ich
    wahrscheinlich auch gar nicht anwesend gewesen.
    Auch darüber hatte ich in meiner Persönlichen
    Erklärung geschrieben.

    Weitere Fragen beantworte ich gerne.

    Viele Grüße Olaf.